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Leitgedanken großer Meister
Aktivität richtig entsagt bringt Freiheit.
Aktivität richtig ausgeführt, bringt Freiheit.
Beide sind besser als sich vor Aktivität zu scheuen.
Bhagavad Gita
Das Selbst ist unteilbar und ohne ein zweites; aber der Körper besteht aus mehreren Teilen. Und doch werden die beiden miteinander identifiziert. Gibt es eine größere Unwissenheit als diese?
Das Selbst ist der Herrscher und objektiv. Der Körper ist der Beherrschte und subjektiv. Und doch werden die beiden miteinander identifiziert. Gibt es eine größere Unwissenheit als diese?
Das Selbst ist von Natur aus das Wissen und die Reinheit. Der Körper besteht aus Fleisch und ist unrein. Und doch werden die beiden miteinander identifiziert. Gibt es eine größere Unwissenheit als diese?
Sankaracharya
Alles Geschaffene verschwindet. Dem, der das weiß, wird das Leiden gleichgültig. Dies ist der Weg zur Reinheit.
Alles Geschaffene ist der Trauer und dem Leid untertan. Dem, der das weiß, wird das Leiden gleichgültig. Dies ist der Weg zur Reinheit.
Buddha
Wer glaubt: „Ich bin der Körper“, bleibt unwissend, genau so wie derjenige, der glaubt: „dieser Körper gehört mir“, - wie wenn er ein leeres Gefäß als sein eigenes betrachtete.
„ICH bin wahrlich Geist, ohne Unterschied, unveränderlich und von Natur aus die einzige Wirklichkeit, das Wissen und die Glückseligkeit. So bin ich nicht der Körper, der ununterbrochen ständiger Veränderung unterworfen ist.“ Das nennen die Weisen Wissen.
„ICH bin unveränderlich, formlos, fehlerlos und ohne Verwesung. Deshalb bin ich nicht der Körper, der unwirklich ist.“ Das nennen die Weisen Wissen.
„ICH bin ohne Krankheit, ohne Schein, ohne Gegensätze und all-durchdringend. Deshalb bin ich nicht der Körper, der unwirklich ist.“ Das nennen die Weisen Wissen.
„ICH bin ohne Eigenschaften, ohne Tätigkeit, ewig, ewig frei und unzerstörbar. Deshalb bin ich nicht der Körper, der unwirklich ist.“ Das nennen die Weisen Wissen.
„ICH bin makellos, ohne Bewegung, ohne Ende, rein und unberührt von Alter und Tod. Deshalb bin ich nicht der Körper, der unwirklich ist.“ Das nennen die Weisen Wissen.
Sankaracharya
ICH bin der WEG, die WAHRHEIT und das LEBEN, niemand kommt zum VATER denn durch mich.
Jesus (Neues Testament, Joh. 14/6)
Lass dies Singen von Chorälen, dieses Perlenzählen an dem Rosenkranz!
Wen verehrst du im entlegenen, dunklen Winkel eines Tempels, dicht geschlossen jedes Tor?
Mach auf die Augen, sieh! Dein Gott ist nicht vor dir.
Dort ist er, wo der Bauer pflügt auf hartem Grund; dort, wo der Wegemacher Steine bricht.
Bei ihnen ist er, im Sonnenschein und Regenschauer.
Sein Kleid ist ganz mit Staub bedeckt.
Leg deinen Mantel ab, tu es ihm gleich und steig herab zum Staub der Erde!
Erlösung? Wo findest du Erlösung?
Hat unser Meister selbst nicht freudig sich die Fessel,
die Geschaff’nes bindet, angelegt?
Er ist mit uns gebunden, für immer mit uns allen.
Komm du heraus aus tiefer Selbstversenkung,
lass Weihrauch, deine Blütenkränze lass beiseit’!
Was macht es schon, wenn deine Kleider
zerrissen oder fleckig werden?
Begegne Ihm und stelle dich zu ihm
in Mühsal und im Schweiße deiner Stirn.
Rabindranath Tagore
Der Törichte quält sich, wenn er denkt: „Meine Söhne gehören mir, dieser Reichtum gehört mir.“ Er selber gehört nicht sich selbst. Wie könnten also seine Söhne ihm gehören?
Buddha
Der Körper ist mein Wagen, die fünf Sinne sind meine Pferde, mein Verstand ist der Zügel, aber ICH BIN DER WAGENLENKER.
Bhagavad Gita
Lange ist die Nacht für den Wachenden, lange ist eine Meile für den Müden; lange ist das Leben für den Törichten, der das wahre Gesetz nicht kennt.
Wenn ein Reisender keinem begegnet, der höher steht als er, oder wenigstens auf gleicher Stufe, soll er eher seine einsame Reise allein fortsetzen. Es gibt keine nützliche Gesellschaft mit einem Narren.
Der Törichte, der sich seiner Torheit bewusst ist, ist wenigstens insofern weise. Aber ein Törichter, der sich selbst weise hält, ist wahrlich ein Törichter. Der Narr ist sich selbst der größte Feind, denn er begeht böse Taten, die ihm nur bittere Folgen bringen.
Eine Tat ist dann eine schlechte Tat, wenn man sie bereut und ihre Folge mit Tränen empfängt. Aber jene Tat ist gut, die man nicht bereut und deren Folge man freudevoll empfängt.
Buddha
Lakshmana sagte einmal zu seinem göttlichen Bruder: „Ist es nicht seltsam, o Rama, dass ein Wissender (Dschnanin) wie Vasishtha über den Verlust seiner Söhne geweint haben soll und untröstlich war?“
Dem entgegnete Rama: „Zugegeben, mein Bruder! Doch bedenke, dass ein jeder, der Erkenntnis (Dschnana) besitzt, zugleich auch Nichtwissen (Adschnana) besitzen muss, dass ein jeder, der um die Einheit weiß, auch um die Vielheit wissen muss; dass ein jeder, der das Bewusstsein von Licht hat, auch das der Finsternis haben muss, weil alle diese Gegensatz-paare dem Bereich des Nichtwissens zugehören. Man kann von Leid und Unwissenheit nicht frei werden, bevor man sie nicht beide überschreitet.“
Was ist der Weg zum Himmel?
Wahrhaftigkeit.
Wie findet ein Mensch das Glück?
Durch richtiges Benehmen.
Was muss er unterwerfen, um Kummer zu vermeiden?
Seine Gedanken.
Wann wird ein Mensch geliebt?
Wenn er ohne Eitelkeit ist.
Mahabharata
Es ist wahr, Simba, dass ich Taten anklage, aber nur solche Taten, die in Gedanken, Rede und Tat zum Bösen führen. Es ist wahr, Simba, dass ich Vernichtung predige, jedoch nur die Vernichtung von Stolz, Begierde, bösen Gedanken und Unwissenheit, niemals die Vernichtung von Vergebung, Liebe, Mitleid und Wahrheit.
Buddha
Genieße die Freude, die dir zuteil ward und trage das Leid, das dir zuteil ward; warte ruhig ab, was die Zeit bringt, wie der Landmann es mit den Früchten tut.
Mahabharata
Wahrheit gibt es eine einzige. Die Weisen benennen sie mit verschiedenen Namen. Es gibt einen Gott, eine absolute Wahrheit und ein SEIN. Menschen aus verschiedenen Ländern beten Gott unter verschiedenen Namen und in verschiedenen Formen an. Jeder von diesen Namen und jede von diesen Formen ist ein Gesicht des Ewigen.
Bhagavatam
In einem einzigen Gruß an Dich, mein Gott, lass alle meine Sinne sich entfalten und diese Welt zu Deinen Füßen streifen!
Gleich der Regenwolke, die mit der Last von unergossenen Schauern tief überm Boden hängt, lass alle meine Sinne, mein ganzes Denken sich verneigen vor Deiner Tür in einem einzigen Gruß an Dich!
Lass aller meiner Lieder verschiedene Weisen zu einem einzigen Strome sich vereinen und zu dem Meer des Schweigens fließen in einem einzigen Gruß an Dich!
Gleich einer Schar von Kranichen, die heimwehkrank zu ihren Nestern im Gebirge Tag und Nacht nach Hause fliegen, lass mein ganzes Leben seine Reise tun zum ewigen Heim in einem einzigen Gruß an Dich.
Rabindranath Tagore
Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berge liegt mag nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter das Viertel, sondern auf den Leuchter, so leuchtet es allen denen, die im Hause sind. Also leuchte auch euer Licht vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen, und euren Vater, der in Himmeln ist, preisen.
Jesus (Mathäus V.v. 14-16)
Wer sich um die üble Rede anderer nicht kümmert besiegt alles.
Mahabharata
Zwischen dem, der unermüdlich jeden Monat während hundert Jahren Opfer darbringt, und demjenigen der nie über etwas in Wut gerät, ist ohne Zweifel derjenige, der nie Zorn fühlt, der Höherstehende.
Mahabharata
Das Gute ist leicht zu tun von einem Guten, aber schwer von einem Bösen. Das Böse ist leicht zu tun von einem Bösen, aber schwer von einem Guten.
Buddha
Wie den festen Felsen selbst der größte Wind nicht bewegen kann, so kann Verleumdung oder Lob den Weisen nicht bewegen.
Buddha
Mönche! Es gibt vier ewige Wahrheiten (Arya Staya): das Leiden, die Ursache des Leidens, das Aufheben der Ursache des Leidens und der Pfad aus dem Leiden in die Befreiung. So lauten die vier ewigen Wahrheiten.
Buddha
O, Du Vorsichtiger, fürchte dich nicht. Für dich gibt es keine Gefahr. Es ist ein Weg, um den Ozean des irdischen Lebens zu durchqueren. Es gibt eine göttliche Kraft, um dem Entsetzen dieses irdischen Lebens ein Ende zu machen. Durch diese kannst Du den Welt-Ozean durchqueren und das höchste Heil erreichen.
Sankaracharya
Wisse, o Weiser, dass der Mensch Leidenschafts-losigkeit und Unterscheidungsvermögen braucht, wie der Vogel seine zwei Flügel. Ohne diese kann der Mensch die höchste Weintraube, woher der Nektar der Freiheit fließt, nie erreichen.
Sankaracharya
Glücklich bist du; du wirst dein Ziel erreichen; dein Geschlecht ist gesegnet in dir, denn du strebst darnach der Ewige zu werden, indem du dich aus den Banden des Irrtums befreist.
Sankaracharya
Der in der Erde wohnt – und doch von der Erde verschieden ist, den die Erde nicht kennt – dessen Leib die Erde ist, der die Erde innerlich regiert – DER ist dein SELBST, DEIN Innerer Lenker, dein Unsterbliches.
Der in dem Himmel wohnt, und doch von dem Himmel verschieden ist – den der Himmel nicht kennt, dessen Leib der Himmel ist, der den Himmel innerlich regiert, DER ist dein SELBST, dein innerer Lenker, dein Unsterbliches.
Der in dem Licht wohnt, und doch von dem Licht verschieden ist – den das Licht nicht kennt, dessen Leib das Licht ist, der das Licht innerlich regiert, DER ist dein SELBST, dein innerer Lenker, dein Unsterbliches.
Der in dem Atem wohnt, und doch von dem Atem verschieden ist – den der Atem nicht kennt, dessen Leib der Atem ist, der den Atem innerlich regiert, DER ist dein SELBST, dein innerer Lenker, dein Unsterbliches.
Der in dem Denken wohnt, und doch von dem Gedanken verschieden ist – den der Gedanke nicht kennt, dessen Leib der Gedanke ist, der das Denken innerlich regiert, DER ist dein SELBST, dein innerer Lenker, dein Unsterbliches.
Der in der Erkenntnis wohnt, und doch von der Erkenntnis verschieden ist – den die Erkenntnis nicht kennt, dessen Leib die Erkenntnis ist, der die Erkenntnis innerlich regiert, DER ist dein SELBST, dein innerer Lenker, dein Unsterbliches.
ER ist sehend – nicht gesehen, hörend - nicht gehört, verstehend – nicht verstanden, erkennend – nicht erkannt, nicht gibt es außer IHM einen Sehenden, einen Hörenden, einen Verstehenden, einen Erkennenden – ER ist dein SELBST, dein innerer Lenker, dein UNSTERBLICHES!
Upanischaden
Das Selbst
Das Selbst ist einzig. Unbeweglich, ist es schneller als Gedanken. Die Sinne holen es nicht ein; denn stets ist es im Vorsprung. Stillstehend, überholt es alles sich Bewegende. Ohne das Selbst gibt es kein Leben.
Der Tor vermeint, das Selbst bewege sich, doch es bewegt sich nicht. Dem Toren scheint es weit entfernt, doch ist es nah. Es ist in allem und auch außerhalb von allem.
Wer alle Wesen im Selbst sieht und sein Selbst in allen Wesen, der hasset nicht mehr.
Erleuchtung heißt: das eigene Selbst im ganzen Weltall finden. Überwunden hat Wahn und Sorge, wer überall die Einheit sieht.
Allgegenwärtig ist das Selbst, strahlend, ohne Leib, ohne Knochen, ohne Fleisch, vollkommen, rein und unberührt vom Bösen. Der Seher, der Denker, der Eine, der Höchste über alle Welt und aus sich selbst Seiende, der seit Ewigkeit die Welt schafft.
O Sonne, der Wahrheit Antlitz ist verhüllt von deiner goldenen Scheibe. Entferne sie, auf dass ich Wahrheitssucher der Wahrheit Herrlichkeit erblicken kann.
Erhalter du, Seher, Beherrscher des Himmels und der Erde – o leuchtende Sonne, du Lebensquell der Kreaturen – verhüll’ dein Licht und sammle deine Strahlen! Lass deine liebliche Gestalt durch deine Gnade mich erblicken. Das Wesen, das dir innewohnt, dies Wesen, das bin ich.
Das Geheimnis der Unsterblichkeit ergründet nur der Herzenreine, wenn er, versenkt in tiefster Andacht, erkennt:
Das Selbst in mir und Brahman (das Absolute) außerhalb sind Eines. Einssein mit Gott, das ist Unsterblichkeit!
Upanischaden
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